Die vier Satzproben: Sätze umbauen, ohne sie kaputt zu machen
Wenn du einen Satz in seine Teile zerlegen sollst, brauchst du ein Werkzeug. Die vier Satzproben sind dieses Werkzeug. Du baust den Satz um: Du verschiebst eine Wortgruppe, ersetzt sie, lässt sie weg oder fügst eine neue dazu. Dabei siehst du, welche Wörter zusammengehören und welche Wortgruppe eine Frage wie Wer, Was, Wann oder Wo beantwortet. Eine Regel gilt bei allen vier Proben: Nach dem Umbau muss der Satz noch ein richtiger Satz sein. Klingt er kaputt, war die Probe nicht erlaubt. In der Schule lernst du die Proben meist in der Reihenfolge Ersetzen, Verschieben, Weglassen, Erweitern. Hier beginnt die Verschiebeprobe, weil sie dir zuerst zeigt, wo die Wortgruppen überhaupt anfangen und aufhören.
Verschieben: Wortgruppen finden
Nimm einen Satz wie „Die Katze fängt in der Nacht im Garten eine Maus.“ Verschieb eine Wortgruppe an den Anfang: „In der Nacht fängt die Katze im Garten eine Maus.“ Alles, was zusammen wandert, ist eine Wortgruppe. Das Wort Nacht allein kannst du nicht verschieben, „in der Nacht“ schon. Achte auf das Verb: Es bleibt an zweiter Stelle, egal welche Wortgruppe du nach vorn holst. „In der Nacht die Katze fängt“ ist darum falsch.
Ersetzen: die W-Frage prüfen
Tausch eine Wortgruppe gegen eine andere aus: „Die Katze fängt am Morgen im Garten eine Maus.“ Die neue Wortgruppe beantwortet dieselbe Frage wie die alte, hier Wann? So findest du heraus, was eine Wortgruppe im Satz tut. „Die Katze“ kannst du durch „der Hund“ ersetzen, beide antworten auf Wer? Ersetzt du „in der Nacht“ durch „der Hund“, klingt der Satz kaputt. Dann hast du die falsche Frage erwischt.
Weglassen: den Kern des Satzes finden
Streich eine Wortgruppe und lies den Rest laut: „Die Katze fängt im Garten eine Maus.“ Das geht. „Die Katze fängt eine Maus.“ Das geht auch. Aber „Die Katze fängt in der Nacht im Garten.“ ist nicht fertig: Was fängt sie? Nicht alles darf weg. Das Verb bleibt, das Wer bleibt, und oft braucht das Verb auch ein Was. Was übrig bleibt, ist der Kern des Satzes. Die Wortgruppen, die du streichen konntest, sind Zusatzinformationen.
Erweitern: etwas dazugeben
Füg eine neue Wortgruppe ein: „Die Katze fängt in der Nacht im Garten leise eine Maus.“ Die neue Wortgruppe beantwortet eine Frage, die vorher offen war, hier Wie? Sie steht zwischen zwei Wortgruppen, nie mitten in einer: „Die Katze fängt im leise Garten“ geht nicht. Mit dem Erweitern prüfst du auch, ob ein Satz zu kurz ist: Fehlt eine Antwort auf Wann, Wo oder Wie, kannst du sie dazugeben.
Beispiel
Satz: Die Katze fängt in der Nacht im Garten eine Maus.
Verschieben: Im Garten fängt die Katze in der Nacht eine Maus. Das Verb fängt bleibt an zweiter Stelle. Wortgruppen: die Katze, in der Nacht, im Garten, eine Maus.
Ersetzen: Die Katze fängt am Morgen im Garten eine Maus. In der Nacht und am Morgen antworten beide auf Wann?
Weglassen: Die Katze fängt eine Maus. In der Nacht und im Garten durften weg. Eine Maus nicht: „Die Katze fängt in der Nacht.“ ist kein ganzer Satz.
Erweitern: Die Katze fängt in der Nacht im Garten leise eine Maus. Leise antwortet auf Wie? und steht zwischen zwei Wortgruppen.
Tipps und häufige Fehler
Das Verb bleibt bei der Verschiebeprobe an zweiter Stelle. Wandert es mit, ist der Satz kaputt.
Weglassen heisst nicht, dass alles weg darf. Lies den Rest laut: Fehlt ein Was, ist der Satz nicht fertig.
Eine Wortgruppe kann aus einem einzigen Wort bestehen: heute, Lea, laut.
Derselbe Rechenweg, anders erklärt
Jetzt zum Üben
Diese Pakete trainieren genau diese Methode: